Die Liebesinsel

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Im Nordwesten von Druskininkai haben durch Eis und Wasser verursachte Überschwemmungen des Nemunas im Frühjahr eine ungefähr einen halben Hektar große Insel aus feinstem Sand zusammengetragen.

Zu dieser Insel gibt es eine Legende. Vor über hundert Jahren trafen sich die junge Leute von Druskininkai an Sommerabenden auf der Insel zu Tanz und Gesang und zündeten Lagerfeuer an. Zur Mitternacht begaben sich die Mädchen zu dem einen Ufer und die junge Männer zum anderen. Dort ließen sie Flöße mit Kränzen und brennenden Kerzen sowie der Aufschrift ihres Namens ins Wasser. Am Ende der Insel trafen die Flöße der Jungen und Mädchen aufeinander. Die "Floßpaare" wurden aus dem Wasser geholt und die Namen der Glücklichen verkündet.

Einer anderen Legende zufolge erhielt die Insel mit der schiffsähnlichen Form ihren Namen, weil hier einst ein Liebespaar ertrank. Ein junges Mädchen erblickte bei einer Ruderpartie mit ihrem Liebsten ihren vor langer Zeit ins Wasser gelassenen, immer noch blühenden Kranz im Sand. Sie nahm das als Zeichen für die Echtheit der Gefühle ihres Geliebten. Als sich die Liebenden vor Freude überschwänglich umarmten, brachten sie das Boot zum Kentern.

In den Zwischenkriegsjahren baute man zur Insel sogar eine Brücke. So entwickelte sich ein wahres Urlaubsparadies mit Stränden und Dampfschiffanlegern. Als die Polen 1920 das Vilniusser Gebiet und damit auch Druskininkai besetzten, wurde die Insel geteilt. Litauen und Polen erhielten je eine Hälfte, und durch die Mitte zog sich nun ein Stacheldrahtzaun.

1961 wurde die Liebesinsel von der Regierung offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt, und von da an war es vorbei mit Freizeitvergnügungen.

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